10 Jun 2020

“Alle Menschen werden Brüder! Neue Wege gehen! Von Herzen möge es zu Herzen gehen!"

Aufsatz von Patricia Buzari

Zuweilen lernt die Menschheit nur durch große Herausforderungen. Die Pandemie ist eine dieser großen Wachstumschancen! Es ist offensichtlich, dass die weltweite „egoic exaggeration“ einer deutlichen Kurskorrektur bedarf – und das seit langem! Es ist not-wendig! Um die Not in der Welt zu wenden! Veraltete, kapitalistische Modelle (basierend auf Dynamiken grenzenloser Gier und absurder Angst) sowie eine übertriebene männliche Energie in Form von hart arbeiten und wenig empfangen, haben ausgedient und sind dem natürlichen Zerfall unterworfen. Das Dilemma des Musikmarktes liegt im Spannungsfeld, in dem Laienmusiker umsonst auf sehr hohem professionellem Niveau zum Teil musizieren und der irrwitzigen Diskrepanz einer Gagenverteilung innerhalb des Marktes von 250-90.000Euro und mehr. In einer Welt, in der die meisten sich nur selbst die Nächsten sind, rückt uns ein Virus trotz räumlicher Distanz näher zusammen. Auch scheint er uns etwas über Anstand und Abstand zu lehren. Damit hat er seinen Zweck erfüllt.

Das heutige Künstlertum ist nichts anderes als modernes Sklaventum. Sobald Veranstalter keinen pekuniären Raubbau aus den Künstlern mehr schlagen können, lassen sie sie wie heiße Kartoffeln fallen. Eine unsichtbare Gefahr dient dann als Ausrede sich zu verstecken und Konzerte „schweren Herzens“ abzusagen. Dabei feiern wir den 250. Geburtstag eines der größten Komponisten aller Zeiten, der durch seinen visionären und innovativen Geist uns so viel Inspiration schenkt! Es scheint, als ob dieses wunderbare Jubilee völlig in den Hintergrund geraten ist. Dabei ist es Beethoven, der uns klar und deutlich zeigt wie man jede noch so große Herausforderung des Lebens transzendieren kann und sich über alle vermeintlichen Limitationen erhebt.

Herausforderungen in dieser Größenordnung dienen als wunderbares Sprungbrett für heroische Sätze nach vorne! In den letzten 50 Jahren hat die Menschheit größere Bewusstseins-Sätze nach vorne gewagt als in den 2000 Jahren zuvor! Das lässt hoffen. Dies dürfte sich außerdem günstig auf die Wahrnehmung auswirken, dass Kunst Handarbeit ist und dementsprechend entlohnt werden muss.

Umstrukturierungen hin zu einer „interdependent economy“ („Alle Menschen werden Brüder!“) sind der Weg nach vorne - die die nächsten 1000 Jahre positiv nachhaltig gestalten werden! Dafür brauchen wir mutige und visionäre Führungspersönlichkeiten mit Herz („Von Herzen möge es wieder zu Herzen gehen!“) – die auf Menschen einzugehen verstehen, bevor sie um Hilfe rufen! Einer für alle und alle für einen. Ein System, in dem alle gewinnen können. Im Bewusstsein, dass alles, was wir nicht mit ins Grab nehmen können keinen bleibenden Wert besitzt.

Es ist genug für alle da! MOMENTUM steht seit Bestehen für diese Maxime. Wie sieht dies in der konkreten Umsetzung aus? Der Hauptgründungsgrund von MOMENTUM besteht darin Künstlern nicht nur ein Konzertpodium zu bieten, sondern humanen Umgang in einer gnadenlosen „creative industry“ engagiert zu praktizieren. Dieses menschliche Miteinander beginnt in der gemeinsamen Auswahl der Werke, der Ensembles und einer großzügigen Umgangsform. Das Eingehen auf den jeweiligen individuellen Konzertkalender unserer Artisten muss als selbstverständlicher Standard gelten. Alle können davon nur gewinnen! Der Künstler wird sich auf der Bühne durch ausreichende Vorbereitungszeit wohler fühlen und das wiederum hat einen positiven Effekt auf den Kunstgenuss des Publikums. Dies wiederum wird jedes kreative Projekt nachhaltig erblühen lassen, da die Intendanten das Vertrauen des Publikums gewinnen, welche die Essenz von wahrem Erfolg ist.

Neue Konzert-Modelle wie das Livestream Konzert, Drive-In-Konzert oder auch das Autokino-Konzert wurden durch die Krise inspiriert und ins Leben gerufen. Ganz im Sinne Beethovens: Neue Wege gehen!

– Patricia Buzari

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